BAD KÖNIGSHOFEN, Ortsteil IPTHAUSEN/Unterfranken
Gründung: 1920 - Fläche: 3022 qm

Der inmitten eines Wohngebietes von Bad Königshofen (Ortsteil Ipthausen) gelegene Friedhof ist von außen als solcher kaum wahrzunehmen. Eingefriedet mit einem Maschendrahtzaun hat sich mittlerweile zusätzlich eine natürliche Heckeneinfriedung entwickelt. Man bekommt den Eindruck, als wolle die Natur diesen Guten Ort vor einer nochmaligen Verletzung schützen, nachdem dieser erst im Jahre 1920 angelegte Friedhof  bereits in den Jahren 1921, 1925 und in den dreißiger Jahren geschändet wurde.

Von den ehemals 150 Grabsteinen, die von den Angehörigen der dort Bestatteten gesetzt wurden, sind in der Verfolgungszeit 104 entwendet worden. Von den restlichen 46 Steinen existieren nur noch 12. Einer aufmerksamen Spaziergängerin ist es zu verdanken, dass einige Mazzewot entdeckt wurden, die als Treppen im Stadtpark missbraucht worden sind.

Die Stadt und der Landesverband werden nun dafür Sorge tragen, dass die geschändeten Grabsteine auf dem Friedhof wieder einen würdigen Platz erhalten. In Königshofen des 13. Jahrhunderts waren schon Juden ansässig. Nach den sog. Rindfleisch-Verfolgungen (Rindfleisch war ein „Edelmann“ aus Unterfranken und Anführer von Horden, die mordend und raubend durch die jüdischen Gemeinden Deutschlands zogen) und der Pest waren in Königshofen ca. 200 Jahre keine Juden mehr. Eine neue jüdische Gemeinde dürfte sich erst um 1800 gegründet haben.
Sie besaß ein Haus, in dem ein Betraum und eine Religionsschule untergebracht waren.1) 1838 war das Rabbinat in Burgpreppach für die Königshofer Juden zuständig.

Gedenkstein auf dem Friedhof Ipthausen
Als Treppe im Stadtpark Königshofen missbrauchter Grabstein
1904 wurde eine Synagoge eingeweiht. Vor 1920 bestatteten die Juden ihre Verstorbenen in Kleinbardorf. Dann beschlossen sie, um sich die mühevolle Auffahrt zum dortigen Friedhof zu ersparen, eine eigene Begräbnisstätte zu errichten. David Friedmann ließ auf seine Kosten das Gelände mit einer Mauer umgeben. Er sollte auch der erste Verstorbene sein, der auf dem Guten Ort beigesetzt wurde. (Ein Nazi riss diese Mauer ein und verwendete die gewonnenen Steine als Baumaterial für sein neues Haus).2) 1974 errichtete der Landesverband auf dem Friedhof einen Gedenkstein mit folgendem Text: (......)
1920-1942 DEN TOTEN ZUR EHRE UND EWIGER ERINNERUNG AN DIE HIER BESTATTETEN JÜDISCHEN BÜRGER AUS KÖNIGSHOFEN UND UMGEBUNG UND ZUM GEDENKEN DER IN DEN VERNICHTUNGSLAGERN 1933-1945 GRAUSAM HINGEMORDETEN UNS LEBENDEN ZUR MAHNUNG DEN KOMMENDEN GESCHLECHTERN ZUR EINDRINGLICHEN LEHRE (........)

1+2) R. Albert: Geschichten der Juden im Grabfeld
zurück